Moderne Diagnostik und Therapie von
Erkrankungen der Nase und Nasennebenhöhlen
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In unserer
HNO-Praxis hat die
Diagnostik
und Therapie einer Nasen- und/oder Nasennebenhöhlenerkrankung (Sinusitis)
einen sehr hohen Stellenwert. Die meisten dieser Eingriffe
werden in unserer Praxis ambulant oder kurzstationär (1 Nacht in
unserer Klinik zur Beobachtung) durchgeführt.
Was sind
Nasennebenhöhlen?
Die
Nasennebenhöhlen (NNH) sind luftgefüllte Hohlräume des
knöchernen Schädels. Es sind je zwei Stirn-, Kiefer- und
Keilbeinhöhlen sowie die Siebbeinzellen paarig angelegt. Diese
sind mit Schleimhaut ausgekleidet und erfüllen damit die
Aufgaben der Immunabwehr und der Reinigung der Atemluft. Ein
Nebeneffekt ist die Verbesserung der Stimmresonanz. Die
Ausführungsgänge verbinden die NNH mit der Nasenhaupthöhle, so
kann das von der Schleimhaut produzierte Sekret über den Rachen
abfließen.
In
Deutschland leiden etwa 3 Millionen Menschen an einer
chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen. Wenn die
konservative Behandlung versagt, ist häufig eine funktionelle
endoskopische Operation mit Drainageverbesserung der
Nebenhöhlenöffnungen notwendig.
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Diagnostik:
Am Anfang
der Diagnostik steht die Anamnese, also die Befragung
nach Beschwerden und dem zeitlichem Auftreten dieser.
Wegweisend sind eine behinderte Nasenatmung mit Schnarchen,
Halsschmerzen, allergische Beschwerden wie Heuschnupfen,
Mandelentzündungen, chronischer Husten, Mittelohrentzündungen,
Druckschmerzen im Bereich der Oberkiefer v. a. beim
Vornüberbeugen des Kopfes, Stirnkopfschmerzen und Schmerzen
oder Druckgefühl zwischen den Augen.
Zur Diagnose
führt schließlich die endoskopische Spiegeluntersuchung der Nase
und des Nasenrachens sowie die Röntgenübersichtsaufnahme und
Sonographie der NNH, ferner die coronare und axiale
Computertomographie. Ergänzend werden Allergietestes und eine
Nasendurchflussmessung (Rhinomanometrie) eingesetzt.
Konservative Therapie:
Zunächst sollen die Nebenhöhlenöffnungen durch abschwellende
Nasentropfen befreit werden und der Schleimfluss mit
Schleimlöser verbessert werden. Wichtig ist dabei, dass die
Nasentropfen in Kopftieflage (Kopf nach vorne beugen wie beim
„Kopfstand“!) eingebracht werden und 2-3 Minuten einwirken;
danach soll der Schleim schnarrend nach hinten gezogen werden!
Ferner helfen Salzspülungen der Nase und Inhalationsbäder.
Komplikationen:
Bei der
akuten Sinusitis oder bei der dramatischen Verschlechterung
einer chronischen Sinusitis können sich sehr schnell
Komplikationen entwickeln. Am häufigsten greift dabei die
Infektion auf benachbarte Regionen der NNH über z.B. zeigt eine
Lidschwellung am Auge eine krankhafte Infiltration der
Augenhöhle an.
Nasenebenhöhlen-OP – funktionelle endoskopische Sinussanierung (FESS)
Das Prinzip der FESS ist die Beseitigung von Engstellen in der
Nase und den Ausführungsgängen der Nasennebenhöhlen. Hierzu
muss häufig eine plastische Septumkorrektur (=
Begradigung der Nasenscheidewand) sowie die begleitende
Verkleinerung der mittleren und unteren Nasenmuscheln (Laserconchotomie)
vorgenommen werden. Das Ausmaß des Eingriffs wird durch den
computertomographisch (CT) erhobenen Befund bestimmt. Die
krankhaft verdickte Schleimhaut (Polypen) werden entfernt, wobei
das Siebbein, der Entstehungsort der Erkrankung, eröffnet
werden muss. Die Drainagegänge der übrigen NNH (Kiefer-,
Keilbein und Stirnhöhle) werden erweitert und das krankhafte
Gewebe wird unter Belassen einer dünnen Schleimhautschicht
endoskopisch entfernt. Von diesen Schleimhautinseln regeneriert
sich die Schleimhaut des Nebenhöhlensystems nach ca. 3-6 Wochen.
LASER-Chirurgie:
Der LASER
findet im Bereich der Kopf- und Halschirurgie unterschiedlichste
Anwendungen. Durch diese neuen Entwicklungen sind minimal
invasive Eingriffe an Nase, Nebenhöhlen und Rachen erste möglich
geworden. Mit verschiedenen LASERsystemen kann hier nahezu
blutungsfrei operiert werden, wodurch eine schnelle Wundheilung
und minimale Schmerzbelastung (Verzicht auf Nasentamponade!)
für den Patienten erreicht wird.
Nachbehandlung:
Die
Nasenpflege umfasst nun das Abschwellen mit Nasentropfen. Diese
können über Watteträger tief und somit auch bis an die
Drainageöffnungen der NNH herangebracht werden und sollen dort
etwa 10-15 min. einwirken. Durch eine anschließende Salbung der
Nase mit Panthenol kann die Schleimhautaustrocknung verhindert
werden, ferner sind Salzspülungen u. Inhalationsbäder
empfehlenswert.
Wichtig:
Bis zur völligen Ausheilung können manchmal Wochen bis Monate
vergehen. In dieser Zeit empfehlen wir die Pflege der Nase
weiter fortzuführen und die regelmäßige HNO-ärztliche
Kontrolluntersuchung im ersten halben Jahr 6-12-wöchig, im
zweiten Halbjahr 2-3-monatlich, im zweiten und dritten Jahr
halbjährlich danach einmal pro Jahr.
Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung!
Ihr HNO-Praxis-Team Dr. Strasser et al.
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