Moderne Diagnostik und Therapie von chronischen Erkrankungen des äußeren Ohres
 
In unserer HNO-Praxis hat die Diagnostik und Therapie einer Ohrerkrankung einen sehr hohen Stellenwert. Die meisten dieser Eingriffe werden in unserer Praxis ambulant oder kurzstationär (1 Nacht in unserer Klinik zur Beobachtung) durchgeführt.
 
Was ist das äußere Ohr?
Das paarig angelegte äußere Ohr ist im Prinzip ein Schalltrichter, der über den häutigen Gehörgang den Schall zum Trommelfell leitet. Dort wird er dann durch die Transformation des Mittelohres um den Faktor 22 verstärkt wird und an das Innenohr zur Schallverarbeitung (dem eigentlichen Hören) weitergeleitet wird. In Deutschland leiden etwa 400 000 Menschen an einer chronischen Entzündung des äußeren Ohres. Wenn die konservative Behandlung versagt, ist häufig eine funktionelle mikrochirurgische Operation notwendig. Dabei wird zum einen eine Verengung des äußeren knöchernen Gehörganges entfernt oder der Gehörgang im knorpeligen Anteil erweitert. Häufig können nur so lästige Entzündungsherde, wie ein schmerzhaftes Ohrenlaufen z. B. bei Hörgeräteträgern, geheilt werden.
 
Diagnostik:
Am Anfang der Diagnostik steht die Anamnese, also die Befragung nach Beschwerden und dem zeitlichem Auftreten dieser. Wegweisend sind eine Hörminderung, ständig gereizte und juckende Gehörgänge ferner verstopfte Ohren bei schlechter Selbstreinigung der Gehörgänge.
Zur Diagnose führt schließlich die endoskopische Spiegeluntersuchung der Ohren bzw. die Ohrmikroskopie und Hörtests. Ergänzend werden Allergietest und bakteriologische Untersuchungen durchgeführt.
 
Konservative Therapie:
Zunächst sollen der Gehörgang durch schmerzstillende, entzündungshemmende Ohrentropfen befreit werden und damit der Druckschmerz der Entzündung und die einengende Gehörgangsschwellung beseitigt werden. Wichtig ist dabei, dass die Ohrentropfen bei etwas zur Seite gelegtem Kopf eingebracht werden. Darüber hinaus werden antibiotisch wirkende Tropfen in die Ohren eingebracht um evtl. eine krankhafte Keimbesiedlung des Gehörganges zu stoppen.
 
Komplikationen:
Bei der akuten Gehörgangsentzündung oder bei einer dramatischen Verschlechterung einer akuten Otitis externa können sich sehr schnell Komplikationen entwickeln. Am häufigsten greift dabei die Infektion auf benachbarte Regionen des äußeren Ohres auf das Mittelohr oder den Ohrknochen (Felsenbein mit Warzenfortsatz). Ferner besteht v. a. bei Diabetikern (Zuckerkrankheit) grundsätzlich die Gefahr einer Hirnhautentzündung oder eines Hirnabszesses, einer auch heute noch sehr gefährlichen Erkrankungen.
 
 
Mikroskopisch gestützte OhrOP – funktionelle Gehörgangs-Erweiterungsplastik
Das Prinzip der OP ist die Beseitigung einer Engstelle des äußeren Gehörgangs sei es durch Knochverwachsungen (Exostosen) im knöcherne Gehörgang  oder häutigen Einengungen des Gehörgangs im weichen (knorpeligen) Abschnitt.
Dabei wird der Gehörgang in örtlicher Betäubung (auf Wunsch auch in Vollnarkose) eröffnet und für etwa 7-10 Tage tamponiert.
 
LASER-Chirurgie:
Der LASER findet im Bereich der Kopf- und Halschirurgie unterschiedlichste Anwendungen. Durch diese neuen Entwicklungen sind minimal invasive Eingriffe auch am Gehörgang, Trommelfell und Mittelohr erst möglich geworden. Mit verschiedenen LASERsystemen kann hier nahezu blutungsfrei operiert werden, wodurch eine schnelle Wundheilung und minimale Schmerzbelastung für den Patienten erreicht wird.
 
Nachbehandlung:
Ein stationärer Aufenthalt ist, wenn überpaupt, nur für eine Nacht erforderlich, die meisten kleineren Eingriffe können ambulant durchgeführt werden.
Die Ohrpflege umfasst nun das Reinigen des operierten Ohres mit Ohrentropfen.
Wichtig: Bis zur völligen Ausheilung können manchmal einige Tage bis Wochen vergehen. In dieser Zeit empfehlen wir die Pflege der Ohren weiter fortzuführen und die regelmäßige HNO-ärztliche Kontrolluntersuchung im ersten halben Jahr 6-12-wöchig, im zweiten Halbjahr 2-3-monatlich, im zweiten und dritten Jahr halbjährlich danach einmal pro Jahr.
 
Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung!
Ihr HNO-Praxis-Team Dr. Strasser et al.